Pfarrei St. Christophorus, Krefeld - Nord

Die Pfarrei St. Christophorus existiert seit dem 1. Januar 2010.

 

 

Die Pfarrei wird gebildet aus fünf Gemeinden im Krefelder Norden.

  • St. Gertrudis, Bockum
  • Herz-Jesu, Bockum
  • St. Josef, Traar
  • St. Hubertus, Kliedbruch
  • Christus-König, Verberg

Namenspatron

Der Heilige Christophorus

Alles, was wir von Christophorus wissen, ist nur Legende. Und doch wird er seit den frühen Jahrhunderten verehrt. Schon 452 wurde ihm in Chalkedon am Bosporus eine Kirche geweiht. Im Mittelalter hat man sein Bild überlebensgroß beim Kircheneingang oder an den belebtesten Punkten der Stadt angebracht.
Er gehört zu den 14 Nothelfern, wird besonders bei Unwetter angerufen und ist heute als Patron der Kraftfahrer und .Reisenden bekannt.


Doch was sagt die Legende?


Er war ein Hüne, Reprobus mit Namen, der nur dem größten König dienen wollte. Nachdem sowohl der mächtige König Angst gezeigt hatte – vor dem Tod – und der Tod, dem er sich dann andienen wollte, Angst vor dem Kreuz hatte, macht er sich auf die Suche nach Christus. Ein Einsiedler empfiehlt ihm, Christus im Fasten zu finden, aber dazu fühlt sich der starke Mann nicht in der Lage. Da verweist ihn der Einsiedler auf einen gefährlichen Fluss im Tal. Er soll sich am Ufer niederlassen und die Reisenden ans andere Ufer tragen. „Sei jedermanns Diener, so wirst du den König der Könige, Jesus Christus, eines Tages sehen.“
„Das bedeutet:  Die Selbstverständlichkeiten werden umgekehrt. Nicht mehr auf brutale Stärke kommt es an, sondern auf die inneren Kräfte. Zuwendung und Liebe haben mehr Kraft als die nackte Gewalt.“ (F)
So dient Reprobus jahrelang den Menschen, bis er eines Tages ein Kind durch den Fluss trägt, dass unterwegs immer schwerer und schwerer wird. „Es war, als hätte ich die ganze Welt auf den Schultern getragen“, sagt er ihm, als er endlich am anderen Ufer ankommt. Das Kind antwortet: „Du hast mehr getragen, als die ganze Welt, du hast den Schöpfer der Welt getragen.“ Und das Kind gibt ihm seinen neuen Namen: Christophorus, Christusträger.


„Das bedeutet: die Menschen sind dazu da, einander zu tragen, in ihren Sorgen und Ängsten. Und es kann sein, dass der, den ich trage, dem ich beistehe, sich plötzlich als mein Gott entpuppt, der mich trägt und von dem ich lebe. Wenn wir einander tragen, bringen wir Gott auf die Erde.“ (F)

Was sagt die Christophorus-Verehrung uns heute?

Christophorus ist der „Schwellenheilige“ (G). Wer ihn anschaut und Christus auf seinen Schultern, den wird bis zum Abend die Kraft nicht verlassen, die Arbeitskraft nicht und auch nicht die Lebenskraft. Christophorus trägt uns durch die Wogen unserer Angst und hilft, „neue Räume zu betreten oder die Hemmungen zu überwinden, wenn ich auf einen Menschen zugehe... Jeder Übergang ist mit Angst besetzt... Wir meinen (in manchen Lebensübergängen) zu sterben, weil wir die Last nicht mehr tragen können. Christoph ist die Verheißung, dass wir diesen Übergang schaffen, dass wir nicht untergehen. Er zeigt uns, dass es letztlich Christus selber ist, den wir tragen. Er führt uns ans andere Ufer“ (G), auch auf dem letzten Weg über die Schwelle des Todes.

Selbst wenn die Gestalt des Christophorus nur Legende ist: Seine Geschichte sagt mehr über unsere Wirklichkeit aus, als manche „wahre“ Begebenheit. Und es hat sie zu allen Zeiten gegeben in der Kirche: die Christusträger, die Jesus Hand und Fuß, Herz und und Sinn zur Verfügung stellen. Es wird sie hoffentlich auch weiterhin geben in der neuen Pfarrei St. Christophorus und in den fünf dazugehörigen Gemeinden. Und wer könnte ein besserer Pfarrpatron sein angesichts der vielen Ängste und Herausforderungen in Kirche und Welt, in den globalen „Überschwemmungen“, in den Gefahren und Chancen unserer mobilen Gesellschaft.

Heiliger Christophorus, bitte für uns.

                                                                                                       Ursula Braun


Quellen:
(F) Christian Feldmann, Kämpfer, Träumer, Lebenskünstler, Gr. Gestalten und -Heilige für jeden Tag, Herder, Freiburg, 2005, S.342
(G) Anselm Grün, Fünfzig Helfer in der Not, die Heiligen fürs Leben entdecken, Herder, Freiburg, 2002, S. 58ff